Freitag, 24. August 2012

Reisestation 9 Teil 2...

... bei Mirka in Enkirch an der Mosel am 24.08.2012

Zunächst sind meine Mum und ich mit Hasel Kaffesieren gewesen.
Von der Terrasse des Cafés hat man einen schönen Blick hinüber nach Kövenig -
da, wo wir gestern waren. Hasel hat es gut gefallen dort im Blumenkasten.
Seinen Keks hat er dann aber doch am Tisch zu sich genommen, wie sich das gehört.
Und schon ist sein Bäuchlein wieder ein bisschen runder geworden... ;-)
Zum Abtrainieren der Kalorien haben wir dann einen kleinen Spaziergang durchs Dorf unternommen. Hasel wollte gern die diesjährige Enkircher Weinkönigin Lena besuchen, aber leider war sie nicht da. Hier sitzt er vor dem Haus in der Sonnengasse, in dem sie wohnt.
Anstatt eines Fotos mit der leibhaftigen Weinkönigin konnten wir dann nur diese Bilder hier vor Lenas Haus machen.
Die Häuser hier haben ja großteils eine lange Geschichte. Zum Beispiel hier das Haus, wo die Weinkönigin wohnt, ist früher in Besitz der Kirche gewesen.
Solche schönen geschnitzten Infotafeln kann man hier an vielen Häusern im Dorf finden - sicher auch ein Grund mit, dass Enkirch damals den Preis bei "Unser Dorf soll schöner werden" gewonnen hat. Auch sehr viele Straßenschilder sind wunderschön geschnitzt - ich muss dran denken, noch mal das eine oder andere zu fotoknipsen.
Am Ende der Sonnengasse sind wir dann nach links in die Königstraße abgebogen. Von hier sieht man schon die Spilles-Trapp (Spielhaustreppe), die zum alten Wochenmarkt führt. Von da aus gelangt man zur Kirche und von dort ins Oberdorf. Dort waren wir aber heute nicht, das kommt evtl. später noch.
Oben von der Treppe (Pfeil) hat man einen schönen Blick, den wollte Hasel gern genießen...
... aber zuerst haben wir uns noch den Drilles im Spilles (Drehkäfig im Spielhaus) angeschaut. Enkirch war in früheren Zeiten viel bedeutender als heute und hatte eine eigene Gerichtsbarkeit. Zu Zeiten der Sponheimer Gräfin Loretta (Anfang 14. Jh.) war Enkirch größer als Traben und Trarbach zusammen.
Der Drilles war eine Bestrafungsart, die damals üblich war - ähnlich wie anderswo der Pranger. Der Verurteilte musste morgens bei Tagesanbruch antreten und wurde in den Drilles gesperrt. Bis zum Sonnenuntergang musste er da drin bleiben, und jeder, der grad vorbeikam, durfte den Käfig nach belieben drehen. Je nach "Beliebtheitsgrad" konnte es passieren, das der arme Sünder den ganzen Tag "in Bewegung" war. Ich möchte lieber nicht wissen, wie es abends dann da unten drin ausgesehen hat......
So, jetzt aber mal rauf auf die Treppe. Hier sind wir fast ganz oben angekommen und man sieht, dass sie ganz schön hoch ist. Ich hab Hasel aber gut festgehalten, so dass er keine Angst haben musste.
Unten am Fuß der Treppe wieder angekommen, hat Hasel diese Traubenkiepe, auch Hotte genannt, entdeckt. Solche und auch ältere Modelle stehen vielerorts im Dorf und werden, wie man sieht, heute dekorativ zweckentfremdet.
Was hier eher aussieht wie eine Hofeinfahrt, ist in Wirklichkeit eine öffentliche Gasse - allerdings eine der weniger genutzten und noch mit den alten runden "Bachkatzen" gepflasterte. Steil sind sie ja fast alle hier, aber so "schön begrünt" sind die anderen nicht und auch etwas geh- und fahrfreundlicher, also mit weniger rundem Kopfsteinpflaster oder gar Teerdecke ausgestattet.
Hier die nächste Gasse ... man kann hier wirklich alle paar Meter wieder einen Blick auf Kövenig erhaschen.
Langsam nähern wir uns dem Haus, in dem sich das Heimatmuseum und die Ratsweinschenke befinden. Hier im Bild ist es das rechte der beiden Fachwerkhäuser.
Erst einmal wagen wir aber einen Blick nach rechts ...
... und entdecken dieses malerische Gärtchen, das sich die Besitzer schön lauschig hergerichtet haben.
Noch ein anderer Blick in die Gasse, die wir weiter oben schon gesehen haben.
Viele von diesen Gässchen führen bis hinunter an die Mosel. In früheren Zeiten war das notwendig, weil im Brandfalle dort die Eimerketten zum Löschen gebildet wurden. Natürlich hatte man keine Plastikeimer wie heute und auch noch keine aus Metall, sondern vielfach noch Ledereimer. Man kann sich in etwa vorstellen, wieviel Wasser dann noch beim Brandherd ankam, wenn dieser weit oben im Dorf lag...
Links haben wir jetzt den Eingang zum Heimatmuseum und ein paar Schritte
weiter den zur Ratsweinschenke, die sich im Keller des Heimatmuseums befindet.
Wegen der Hanglage ist sie aber dennoch ebenerdig zu erreichen.
Oh, gleich wird geöffnet ... aber da drin ist es zu dunkel zum Fotografieren
und außerdem knurrt uns schon wieder der Bauch...
... aber die wunderschöne Eingangstür müssen wir trotzdem noch bestaunen...
... genau wie eine der vielen "Postkartenansichten" hier im Dorf - hier von der
einen Richtung aus gesehen...
... und hier von der anderen. Dieses Motiv findet sich auf vielen Postkarten, Büchern über Enkirch, natürlich auf dem Logo der Ratsweinschenke, die sich in dem Haus befindet, auf das wir hier direkt schauen.
Hier rechts im Bild und auf dem vorherigen Bild links sieht man das Kriegersche Haus. Es gehört zu den bekanntesten und imposantesten Gebäuden in Enkirch, wurde 1675 von Matthias Faller, einem Uhrmachermeister erbaut, der auf Grund seiner Baugröße Neider hatte und denen er mit dem Spruch um den Erker entgegensetzte: „Wer da bauet an der Strassen, muss die Leute reden lassen, es ist kein Meister auf der Welt, der baue dass jedem gefällt“.  (Text gefunden auf www.enkirch.de)
Wie man hier sieht, trägt Enkirch nicht umsonst die Bezeichnung "Schatzkammer rheinischen Fachwerkbaus".
So, jetzt aber auf in die Ratsweinschenke. Heute sind wir mal früh dran, erst seit 15 Minuten ist dort geöffnet. Weil es heute kuschelig warm ist, setzen wir uns nicht in die urgemütliche Gaststube, sondern hinten in den ebenso gemütlichen und lauschigen Garten. Er erinnert ein bisschen an die Heurigengärten, die man aus den alten Wiener Filmen kennt, finde ich. Leider hab ich verpeilt, ein Foto vom Gesamteindruck zu machen *schäm*
Wer findet Hasel auf diesem Foto? ;-)
Auch hier gibt es wieder eine absolut sehenswerte Eingangstür,
an der wir nicht ohne Foto vorbeigehen konnten.
Außer uns war noch niemand da, deswegen durfte Hasel sich
den schönsten Platz aussuchen. Dieser hat ihm gut gefallen.
So, die Kerze ist angezündet und der Riesling wurde auch schon gebracht.
Hasel ist jetzt gespannt, was es zu essen gibt.
en Probierschluck vom Wein fand er sehr lecker...
... aber die Wildbratwurst war nicht nach seinem Geschmack. Er ist Vegetarier und wollte auch nicht probieren ... er kann doch nicht seine Freunde essen, hat er gemeint. Deswegen hat er sich mit einem Salatblatt begnügt. Außerdem hatte er ja auch noch den riesigen Keks von vorhin zu verdauen ;-)
Auf dem Heimweg hat Hasel dann noch ein paar neue Freunde gefunden, die alle an einem Hoftor versammelt sind. Er wollte unbedingt ein Foto mit ihnen zusammen haben, obwohl es schon fast zu dunkel dazu war...


4 Kommentare:

  1. Ohhhhhhh da bekomme ich gleich Fernweh nach der Mosel - dieses Jahr haben wir ja kein preiswerte Fewo mehr gefunden, abe vielleicht nächstes Jahr und dann muss ich Mirka unbedingt persönlich kennenlernen. Die Mosel ist so schön und der Wein soooooooooo gut - gerade von der Ratsweinschenke in Enkirch habe ich so schöne Erinnerungen an Essen und Wein.

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  2. Kein Problem, Lesekaninchen, ich würde mich sehr freuen :-)
    Ich helfe dir auch gern bei der Suche nach einer FeWo - vielleicht klappt's dann leichter...

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  3. Mirka - das wäre klasse, dieses Jahr haben wir wegen Jobwechsel von meinen Mann erst ganz spät gewusst wann er Urlaub bekommt und dann ist das natürlich alles nicht so einfach - haben aber jetzt am Main noch eine ich denke wirklich schöne Fewo gefunden - am 10. September gehts los.

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  4. die vielen Haustüren sind ja toll!!

    Mirka Du hast schöne Haselfotos mitgebracht :)
    es ist wirklich ein bisschen, wie selber da sein!

    LG Agnes (Lubig2)

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