Dienstag, 4. September 2012

Reisestation 10 Teil 3...

...mit muncy und IvaboDwedi in Bremen am 02.09.2012



Nach dem Kulturgenuss ging es weiter in der Böttcherstraße zu dem Sieben - 
Faulen - Brunnen. Auch dort ist das Bremer Wahrzeichen, die 
Stadtmusikanten, anzutreffen und Hasel hatte dort seinen Spaß
Zu den Sieben Faulen gibt es eine schöne Bremer Sage:
Die Geschichte erzählt von einem Mann, der vor der Stadt große Ländereien 
besitzt. Die Felder bringen aber wenig Ertrag, weil sie entweder so sandig 
und trocken sind, dass der Kohl darauf verdorrt oder sie waren so sumpfig, 
dass die Heuernte nicht für eine Kuh reicht und er sich mit einer Ziege 
begnügen muss. Seine sieben Söhne waren alle kräftig und einer größer als 
der andere, aber sie hatten keine Lust zum Arbeiten und wurden wegen ihres 
Müßiggangs von den Nachbarn die sieben Faulen genannt. Um sich, wie ihre 
Altersgenossen, etwas Geld zu verdienen, beschlossen sie eines Tages, ihre 
Dienste den Bremern anzubieten. Aber sie waren in der Stadt als faul 
bekannt und keiner wollte ihnen Arbeit geben. So verließen sie gemeinsam 
die Stadt.

Als die Brüder nach Jahren aus fernen Landen - wahrscheinlich den 
Niederlanden - zurückkamen, begannen sie auf den elterlichen Feldern zu 
arbeiten und das Gelernte anzuwenden. Sie zogen Gräben, um die Felder zu 
entwässern, bauten einen Damm zur Weser hin, um Hochwasser abzuwehren, 
befestigten einen Weg und bauten sich daneben Häuser und gruben 
schließlich noch einen Brunnen. Die erstaunten Nachbarn aber sagten: Die 
sind nur zu faul auf den nassen Feldern zu arbeiten, das auf den 
matschigen Wegen beschmutzte Schuhwerk zu reinigen und das Wasser aus der 
Weser zu holen. (Wikipedia)

Beim Weiterbummeln hörten wir auf einmal die Klänge von Straßenmusikern 
und gingen der Musik nach.
Und siehe da, die kühlen Norddeutschen tanzten in der Sonne auf der Straße


Weiter die Sögestrasse runter stehen die Schweine. Das Schweinedenkmal 
entstand 1974 und markiert den Eingang zur Fußgängerzone in der Bremer 
Innenstadt. Sie stehen symbolisch dafür, dass durch die Sögestrasse in 
früheren Zeiten das Vieh aus dem Stadtkern zur Bürgerweide getrieben wurde.
Das ganz alte Bremen wurde durch einen Wall mit Wallgraben geschützt. 
Dieser Wallgraben existiert noch heute. Von den Schweinen weiter aus der 
Innenstadt heraus, trifft man nach wenigen Metern auf den Wallgraben an 
seiner schönsten Stelle, wo man nähmlich die Mühle am Wall sehen kann. 
Heute ist in der Mühle ein Cafe.


Neu ist am Wall das Denkmal von Wilhelm Kaisen:
Wilhelm Kaisen war nach dem 2. Weltkrieg der Bürgermeister in Bremen und 
prägte den politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau der Hansestadt. 
Besonders bekannt und noch bewohnt sind die sogenannten Kaiesen-Häuser.
In den Parzellengebieten Bremens entwickelte sich seit 1944 eine 
eigenwillige Bau- und Wohnkultur, deren Ursprung heute kaum noch bekannt 
ist. In der Notsituation der Kriegs- und Nachkriegszeit, als 61 Prozent 
des Wohnraums der Stadt zerstört war, nahmen einige Menschen ihre 
Geschicke selbst in die Hand. Sie schufen sich in den Kleingartengebieten 
eine Wohnstätte – anfangs mit, später ohne Bauerlaubnis – und 
organisierten sich eine lebenswerte Umgebung. „Kaisenhäuser“ wurden diese 
Parzellenwohnhäuser genannt: eine Anspielung auf den früheren 
Bürgermeister Wilhelm Kaisen, der sich für ihre Bewohner eingesetzt hat 
und die Bewohnung dieser "Gartenhäuschen" genehmigt hat.
 
Vom Kaisen-Denkmal ist es nicht weit bis zum Finanzamt. Direkt neben der 
Innenstadt, ist es zwar ein ungern besuchter Ort, aber in einem 
sehenswerten Gebäude.
Das Finanzamt (eigentlich sind es drei Finanzämter in einem Gebäude) ist 
im "Haus des Reichs". Das ist der offizielle Name des Gebäudes. Dieser 
Entstand nachdem die Reichsfinanzverwaltung 1934 in das Gebäude eingezogen 
ist.
Ursprünglich wurde das Haus des Reiches als „Kontorhaus“ 1928 bis 1931 von 
der Nordwolle erbaut, welche ihren Unternehmenssitz von Delmenhorst nach 
Bremen verlegt hatte. Die Nordwolle war bei Baubeginn das größte 
europäische Wollverarbeitungsunternehmen mit über 20.000 Beschäftigten. 
Mit der Errichtung des Hauses beabsichtigten die Unternehmensleiter, die 
Brüder G. Carl, Heinz und Friedrich Lahusen, sich ein Denkmal in Form 
eines Verwaltungspalastes zu setzen. Architekten waren die Brüder Hermann 
und Eberhard Gildemeister.
Nach der Bauabnahme im Februar 1931 ging die Nordwolle noch vor der 
Einweihung im Juli des gleichen Jahres in die Insolvenz.
 
Nun nähert sich der Abschluß von Hasels Bremen Aufenthalt und die 
Weiterfahrt nach Magdeburg bahnt sich an.
Der Abschied, wie kann es anders sein, erfolgt am Bahnhof.
Der Bremer Bahnhof ist "Bahnhof des Jahrs 2012".

2 Kommentare:

  1. *hachmach*

    Sooo schöne Bilder aus meiner Heimat *seufz*

    Das Kaisen-Denkmal ist aber ganz schön schön geworden, finde ich.
    Im "Haus des Reichs" hab ich sogar mal ein paar Monate gearbeitet - beim Finanzamt Bremen-West als Aushilfs-Schreibkraft zwischen Abi und Beginn meiner Ausbildung. War eine nette Zeit und ich hab mir ein schönes "Taschengeld" verdient :-)

    Danke für die tollen Bilder, Muncy und Iva!

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  2. Mir fällt da grad noch was zur Sögestraße ein - mein Papa hat manchmal "Schweinemutterstraße" dazu gesagt ... das hier mal als Übersetzungshilfe für Nicht-Plattdeutschsprecher ;-)

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